Allgemein Aktualisiert: 18. Januar 2026 5 Min. Lesezeit

Blutgruppen Rechner - Blutgruppe des Kindes vorhersagen

Der Blutgruppen-Rechner ermöglicht die Vorhersage der möglichen Blutgruppen Ihres Kindes basierend auf den Blutgruppen der Eltern. Verstehen Sie die Vererbungsmuster des AB0-Systems und des Rhesusfaktors nach den mendelschen Regeln.

Was sind Blutgruppen?

Blutgruppen sind genetisch vererbte Merkmale der roten Blutkörperchen, die durch spezifische Antigene auf der Zelloberfläche definiert werden. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei Bluttransfusionen, Schwangerschaften und Organtransplantationen.

Das AB0-System

Das AB0-Blutgruppensystem wurde 1901 von Karl Landsteiner entdeckt und umfasst vier Hauptblutgruppen:

  • Blutgruppe A: Besitzt A-Antigene, bildet Anti-B-Antikörper
  • Blutgruppe B: Besitzt B-Antigene, bildet Anti-A-Antikörper
  • Blutgruppe AB: Besitzt A- und B-Antigene, bildet keine Antikörper (Universalempfänger)
  • Blutgruppe 0: Besitzt keine Antigene, bildet Anti-A und Anti-B (Universalspender)

Der Rhesusfaktor

Der Rhesusfaktor (Rh) ist ein weiteres wichtiges Blutgruppenmerkmal:

  • Rh-positiv (Rh+): Besitzt das D-Antigen (ca. 85% der Bevölkerung)
  • Rh-negativ (Rh-): Fehlt das D-Antigen (ca. 15% der Bevölkerung)

Geben Sie die Blutgruppen der Eltern ein

Blutgruppe der Mutter

Blutgruppe des Vaters

Vererbung der Blutgruppen

Die Blutgruppe wird nach den mendelschen Vererbungsregeln weitergegeben. Jeder Mensch erbt je ein Allel von Mutter und Vater.

AB0-Vererbung

Allele und Dominanz:

  • A und B: Dominant
  • 0: Rezessiv
  • AB: Kodominant (beide Allele werden exprimiert)

Vererbungstabelle AB0-System

Eltern BlutgruppenMögliche Blutgruppen des KindesUnmögliche Blutgruppen
A + AA, 0B, AB
A + BA, B, AB, 0-
A + ABA, B, AB0
A + 0A, 0B, AB
B + BB, 0A, AB
B + ABA, B, AB0
B + 0B, 0A, AB
AB + ABA, B, AB0
AB + 0A, BAB, 0
0 + 00A, B, AB

Beispiel: Eltern A und B

Genotypen:

  • Mutter A: Könnte AA oder A0 sein
  • Vater B: Könnte BB oder B0 sein

Mögliche Kombinationen bei A0 × B0:

  • A0 (Blutgruppe A): 25%
  • B0 (Blutgruppe B): 25%
  • AB (Blutgruppe AB): 25%
  • 00 (Blutgruppe 0): 25%

Ergebnis: Alle vier Blutgruppen sind möglich!

Rhesusfaktor-Vererbung

Der Rhesusfaktor wird unabhängig vom AB0-System vererbt.

Dominanz des Rh-Faktors

  • Rh+: Dominant (D)
  • Rh-: Rezessiv (d)

Vererbungstabelle Rhesusfaktor

Eltern RhesusMögliche Rhesus beim KindWahrscheinlichkeit
Rh+ (DD) + Rh+ (DD)Nur Rh+100% Rh+
Rh+ (Dd) + Rh+ (Dd)Rh+ oder Rh-75% Rh+, 25% Rh-
Rh+ (Dd) + Rh- (dd)Rh+ oder Rh-50% Rh+, 50% Rh-
Rh- (dd) + Rh- (dd)Nur Rh-100% Rh-

Rhesus-Inkompatibilität in der Schwangerschaft

Kritische Konstellation:

  • Mutter: Rh-negativ
  • Vater: Rh-positiv
  • Kind: Rh-positiv (geerbt vom Vater)

Risiko: Bei Blutkontakt (Geburt, Fehlgeburt) kann die Mutter Antikörper gegen Rh+ entwickeln, die bei späteren Schwangerschaften das Kind gefährden können.

Lösung: Rhesus-Prophylaxe (Anti-D-Immunglobulin) verhindert die Bildung von Antikörpern.

Blutgruppenverteilung weltweit

Deutschland und Mitteleuropa

BlutgruppeHäufigkeit
A+37%
0+35%
B+9%
AB+4%
A-6%
0-6%
B-2%
AB-1%

Regionale Unterschiede

Europa:

  • Hoher Anteil an Blutgruppe A (40-45%)
  • Niedriger B-Anteil (10-15%)

Asien:

  • Höherer B-Anteil (25-30%)
  • Blutgruppe 0 sehr häufig in indigenen Populationen

Afrika:

  • Sehr hoher 0-Anteil (bis zu 50%)
  • Seltenere AB-Gruppe

Blutgruppen und Bluttransfusionen

Spender-Empfänger-Kompatibilität

Universalspender: 0-

  • Kann an alle Blutgruppen spenden
  • Besonders wertvoll in Notfällen

Universalempfänger: AB+

  • Kann von allen Blutgruppen empfangen

Transfusionstabelle

EmpfängerKann empfangen von
AB+AB+, AB-, A+, A-, B+, B-, 0+, 0- (alle)
AB-AB-, A-, B-, 0-
A+A+, A-, 0+, 0-
A-A-, 0-
B+B+, B-, 0+, 0-
B-B-, 0-
0+0+, 0-
0-Nur 0-

Wichtige Transfusionsregeln

  1. Gleiches zu Gleichem: Idealerweise identische Blutgruppe
  2. Kreuzprobe: Vor jeder Transfusion obligatorisch
  3. Notfalltransfusion: 0- Blut bei unbekannter Blutgruppe
  4. Plasma: Umgekehrte Kompatibilität (AB ist Universalspender)

Blutgruppen in der Schwangerschaft

AB0-Inkompatibilität

Konstellation:

  • Mutter: Blutgruppe 0
  • Kind: Blutgruppe A oder B

Folge: Mütterliche Anti-A oder Anti-B-Antikörper können die Plazenta passieren und zu leichter Gelbsucht beim Neugeborenen führen. Meist harmlos und selbstlimitierend.

Rhesus-Inkompatibilität

Konstellation:

  • Mutter: Rh-negativ
  • Kind: Rh-positiv

Prophylaxe:

  • Anti-D-Immunglobulin in der 28.-30. SSW
  • Nach der Geburt bei Rh+ Kind
  • Nach Fehlgeburt, Amniozentese oder Blutungen

Unbehandelt: Morbus haemolyticus neonatorum (schwere Anämie beim Neugeborenen)

Blutgruppenbestimmung

Methoden

1. Bedside-Test:

  • Schnelltest mit Testkarten
  • Ergebnis in wenigen Minuten
  • Für Notfälle geeignet

2. Labortest:

  • Genauer und zuverlässiger
  • Bestimmt AB0 und Rhesusfaktor
  • Inklusive Antikörpersuche

3. Kreuzprobe:

  • Vor Bluttransfusionen
  • Prüft Spender-Empfänger-Kompatibilität
  • Dauert 30-60 Minuten

Wann sollten Sie Ihre Blutgruppe kennen?

Wichtig für:

  • Schwangerschaft
  • Geplante Operationen
  • Chronische Erkrankungen
  • Blutspende
  • Reisen in Risikogebiete
  • Familienplanung

Blutgruppen und Gesundheit

Krankheitsanfälligkeit nach Blutgruppe

Blutgruppe 0:

  • Geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Höheres Risiko für Magengeschwüre
  • Anfälliger für Cholera

Blutgruppe A:

  • Höheres Risiko für Magenkrebs
  • Anfälliger für Stress
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt

Blutgruppe B:

  • Höheres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Anfälliger für Harnwegsinfektionen

Blutgruppe AB:

  • Höheres Risiko für Gedächtnisprobleme
  • Seltener, daher weniger erforscht

Hinweis: Diese Zusammenhänge sind statistisch, nicht deterministisch. Lebensstil und Genetik spielen eine viel größere Rolle.

Blutgruppe und COVID-19

Studien zeigen:

  • Blutgruppe 0: Leicht geringeres Infektionsrisiko
  • Blutgruppe A: Möglicherweise höheres Risiko für schwere Verläufe

Wichtig: Der Unterschied ist gering. Impfung und Hygienemaßnahmen sind entscheidend, nicht die Blutgruppe.

Blutspende und Blutgruppen

Warum Blutspende wichtig ist

  • Täglich werden in Deutschland ca. 15.000 Blutspenden benötigt
  • Blut ist nicht künstlich herstellbar
  • Haltbarkeit: Nur 42 Tage (Erythrozytenkonzentrate)
  • Jede dritte Person benötigt einmal im Leben eine Bluttransfusion

Besonders gesuchte Blutgruppen

Universalspender 0-:

  • Nur 6% der Bevölkerung
  • Einsetzbar bei allen Empfängern
  • Kritisch in Notfällen

Seltene Blutgruppen:

  • AB- (nur 1% der Bevölkerung)
  • B- (nur 2% der Bevölkerung)

Voraussetzungen für Blutspende

Allgemein:

  • Alter: 18-68 Jahre (Erstspender bis 60)
  • Gewicht: Mindestens 50 kg
  • Gesundheitszustand: Gut
  • Hämoglobin: Ausreichend

Spendeintervalle:

  • Männer: Alle 8 Wochen
  • Frauen: Alle 12 Wochen
  • Maximal 6× pro Jahr (Männer) bzw. 4× (Frauen)

Seltene Blutgruppen und Besonderheiten

Bombay-Blutgruppe

Extrem selten:

  • Häufigkeit: 1:10.000 in Indien, 1:1.000.000 in Europa
  • Besitzt keine A-, B- oder H-Antigene
  • Kann nur Bombay-Blut empfangen
  • Kann an alle AB0-Gruppen spenden (funktionaler Universalspender)

Kell-System

Neben AB0 und Rhesus das drittwichtigste System:

  • Kell-positiv: Ca. 9% der Bevölkerung
  • Wichtig bei Transfusionen und Schwangerschaft
  • Kann zu Rhesus-ähnlichen Komplikationen führen

Weitere Blutgruppensysteme

Es gibt über 300 bekannte Blutgruppenantigene in mehr als 30 Systemen:

  • Duffy
  • Kidd
  • MNS
  • Lutheran
  • Lewis

Mythen über Blutgruppen

Blutgruppen-Diät

Behauptung: Jede Blutgruppe sollte spezifische Nahrungsmittel essen.

Wissenschaft: Keine seriösen Studien belegen die Wirksamkeit. Ernährung sollte individuell, nicht nach Blutgruppe, gestaltet werden.

Blutgruppe und Persönlichkeit

Vor allem in Japan verbreitet:

  • Blutgruppe A: Vorsichtig, perfektionistisch
  • Blutgruppe B: Kreativ, individualistisch
  • Blutgruppe AB: Rational, distanziert
  • Blutgruppe 0: Selbstbewusst, führungsstark

Wissenschaft: Keinerlei wissenschaftliche Evidenz. Persönlichkeit ist komplex und nicht durch Blutgruppe determiniert.

Preguntas Frecuentes

Können zwei Eltern mit Blutgruppe 0 ein Kind mit Blutgruppe A bekommen?

Nein, das ist genetisch unmöglich. Zwei Eltern mit Blutgruppe 0 (Genotyp 00) können nur 0-Allele vererben, sodass das Kind zwingend Blutgruppe 0 haben muss. Eine andere Blutgruppe würde eine Nicht-Vaterschaft nahelegen.

Kann sich die Blutgruppe im Laufe des Lebens ändern?

In extrem seltenen Fällen kann eine Blutgruppe sich ändern, zum Beispiel nach Knochenmarktransplantation oder bei bestimmten Leukämieformen. Normalerweise bleibt die Blutgruppe ein Leben lang konstant.

Warum ist Blutgruppe 0- so wertvoll?

0- ist die Universalspender-Blutgruppe, die von allen Empfängern vertragen wird. In Notfällen, wenn keine Zeit für Blutgruppenbestimmung bleibt, wird 0- verwendet. Da nur 6% der Bevölkerung 0- haben, ist sie besonders knapp.

Was bedeutet es, wenn Mutter und Kind unterschiedliche Blutgruppen haben?

Das ist normal und meist unproblematisch. Kritisch wird es nur bei Rhesus-Inkompatibilität (Mutter Rh-, Kind Rh+), die aber durch Rhesus-Prophylaxe verhindert werden kann. AB0-Inkompatibilitäten sind meist harmlos.

Kann ich spenden, wenn ich eine seltene Blutgruppe habe?

Ja, gerade dann ist Ihre Spende besonders wertvoll! Seltene Blutgruppen wie AB- oder 0- werden dringend benötigt. Kontaktieren Sie Ihr lokales Blutspendezentrum oder das DRK.

Wie wird die Blutgruppe bestimmt?

Durch einen einfachen Bluttest. Rote Blutkörperchen werden mit Anti-A-, Anti-B- und Anti-D-Antikörpern gemischt. Je nachdem, wo Verklumpung (Agglutination) auftritt, wird die Blutgruppe bestimmt. Das Ergebnis liegt in wenigen Minuten vor.

Welche Blutgruppe ist die häufigste?

In Deutschland ist A+ die häufigste Blutgruppe (37%), gefolgt von 0+ (35%). Weltweit variiert die Verteilung stark: In Lateinamerika ist 0+ am häufigsten, in Asien B+.

Kann ich meine Blutgruppe durch einen DNA-Test bestimmen lassen?

Ja, moderne DNA-Tests können die Blutgruppe bestimmen. Dies ist besonders nützlich bei Neugeborenen oder wenn kein Blut entnommen werden kann. Die genetische Bestimmung ist jedoch teurer als ein klassischer Bluttest.

Conclusión

Der Blutgruppen-Rechner bietet eine schnelle und wissenschaftlich fundierte Einschätzung der möglichen Blutgruppen Ihres Kindes basierend auf den elterlichen Blutgruppen. Er hilft, die Vererbungsmuster zu verstehen und potenzielle Risiken in der Schwangerschaft zu erkennen.

Wichtige Hinweise:

  • Die Berechnung basiert auf den mendelschen Vererbungsregeln und ist genetisch korrekt
  • Der Rechner zeigt alle theoretisch möglichen Blutgruppen, nicht die tatsächliche
  • Eine genaue Blutgruppenbestimmung erfolgt durch Bluttest nach der Geburt
  • Bei Rhesus-Negativität der Mutter ist ärztliche Betreuung wichtig (Prophylaxe)

Medizinischer Hinweis: Dieser Rechner dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu Blutgruppen in der Schwangerschaft konsultieren Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme.

Blutspende-Aufruf: Wenn Sie gesund sind, erwägen Sie eine Blutspende. Jede Spende kann bis zu drei Leben retten. Informationen erhalten Sie beim Deutschen Roten Kreuz oder anderen Blutspendediensten.

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